Ich möchte auch eine Hilfestellung für markenunabhängige Autoverrückte geben, die sich grundsätzlich für verschiedenste Konzepte begeistern können, die ein wenig technik-affin sind und sowieso schon wieder auf mobile.de herumstöbern, nachdem sie gerade erst vor 3 Monaten den letzten Fang gemacht haben. Es gibt erfahrungsgemäß eine Menge dieser Leute. Und diese armen Leute haben keine Lobby! Sie werden von Freunden und Verwandten komisch betrachtet, wenn sie beim Osterbesuch schon wieder mit einem anderen Auto vorfahren als letztens beim Weihnachtsbraten. “Wie könnt ihr euch das leisten?”


Einstieg in die Autowelt

Es gibt, besonders in jungen Autofahrerjahren, bei den meisten Autoverrückten eine Tendenz, welche Marke sie bevorzugen. Geprägt aus der Familie, von Freunden oder aus besonders coolen Internetvideos oder Spielfilmen. Diese Phase beginnt circa im Alter von 15 Jahren und wird oft mit 2 Rädern und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h überbrückt. Zu diesem Zeitpunkt träumt man von der ersten eigenen Karre. Ist man dann endlich 18 und hält den Führerschein in der Hand, stellt man fest, dass die Kohle nicht reicht und die lieben Eltern einen silbernen Opel Corsa 1.0 empfehlen, da er “so günstig in der Versicherung ist”. Nun beginnt die Autofahrerkarriere und die Spreu trennt sich vom Weizen.

Die einen landen beim Familien-SUV. Die anderen fangen an, dem Corsa ein Gewindefahrwerk und bunte LED Lichter zu verpassen. Man steckt sein hart erarbeitetes Azubigehalt oder die letzte Kohle vom Ferienjob sinnlos in China-Teile, die minderwertig sind und beim Autoverkauf in der Regel uninteressant, ja sogar höchst abschreckend auf 99% der Gebrauchtwagenkäufer wirken. Das ist bei den meisten aber eine Phase, die vorübergeht. Spätstens mit Mitte 20 wird man vernünftig, bleibt aber vom Autovirus infiziert.

 

Das Virus auf vier Rädern

Das Virus mutiert vom Opel Corsa Vergewaltiger zum durch und durch Autoverrückten. Da die Lebensjahre begrenzt sind und zwischendurch bei den meisten temporär die lieben Kinder isofix-gesichert transportiert werden müssen, entsteht eine innerliche To-Drive Liste: Frontantrieb – najaaa auf Dauer langweilig. Man muss schon auch mal einen Hecktriebler oder im Winter gleich einen Allradler fahren. Der Viertürer war praktisch um Abends mit Freunden vom Dorf in die Disko zu fahren, aber so ein Coupé wäre ja auch mal schnuckelig. Und immer nur pseudo-vernünftig mit 4 Zylindern (in schlimmster Ausprägung als Diesel) – das muss sich ändern. Die letzten Erdölreservern (will man uns seit wie vielen Jahren weiß machen) müssen auch mal in einem Sechs-bis Zwölfzylinder verbrannt werden.

Und überhaupt, die Markenvielfalt fällt einem erstmals ins Auge, wenn man an einem langweiligen Abend ohne besonderen Grund die Gebrauchtwagenplattformen durchstöbert. Den Porsche Traum erfüllen? Oder in einem SUV über den Dingen schweben? Oder lautlos mit dem Elektroauto das Wohngebiet verlassen, statt mit dem Corsa-Auspuff die Nachbarschaft zu wecken? Ja, genau! Am besten das alles! Wir haben genügend Zeit, alles zu „erfahren“ was uns reizt. Jeder hat natürlich seine ganz persönlichen Träume. Aber das Virus sorgt dafür, dass sie regelmäßig weiter mutieren.

 

Fazit

Es gibt viel zu entdecken in dieser automobilen Welt und für die meisten klingen diese Träume unrealistisch. Der Porsche ist zu teuer, das Elektroauto ist vielleicht erst in 5 Jahren erschwinglich und ein SUV grandiose Benzinverschwendung? Was sollen denn die Grünen-Wähler von nebenan sagen? Es gibt ein Rezept, all diese Dinge umzusetzen, und du wirst ein automobiles Leben führen, das praktisch kostenlos ist. Dazu braucht es lediglich das Virus und das Fahrfrei-Konzept.

 


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