Jetzt wird es zahlenlastig. Einer der wenigen Artikel, in dem es etwas komplexer zugeht. Ich möchte hier in Zahlen darstellen, was das Fahrfrei Konzept ausmacht. Hierzu betrachten wir den „herkömmlichen“ Autofahrer, für den das Auto ein großer Posten auf seiner Ausgabenseite ist. Dann betrachten wir den Fahrfrei-Autofahrer. Daraus kannst du ableiten, was genau mit „kostenlos Autofahren“ wirklich gemeint ist. Denn das kann Auslegungssache sein. Die Zahlen sind ausdrücklich nicht in Stein gemeißelt, sondern eigene praktische Erfahrungswerte. Die Rahmenbedingungen (Fahrleistung, Haltedauer, Wertverlust usw.) sind individuell und schwanken. Bei Bedarf könnt ihr mit euren Parametern selbst rechnen. Die Datei könnt ihr hier herunterladen.

 

Alle Faktoren, die zur Summe Kosten pro Monat führen:

  • Kaufpreis (KP)
  • Wertverlust (WVER)
  • Verkaufspreis (VKP)
  • Haltedauer (HDAU)
  • Jährliche Kilometerleistung (JK)
  • Benzinverbrauch (BVB)
  • Benzinpreis (BPR)
  • Benzinkosten (BK)
  • KFZ Versicherung (KVERS)
  • KFZ Steuer (KSTEU)
  • Hauptuntersuchung (HU)
  • Verschleißteile (VSCHL)
  • Reparaturen (REP)
  • Inspektionen (INSP)
  • Zulassung (ZUL)

Herkömmlicher Autofahrer

Der herkömmliche Autofahrer kauft sich einen Neuwagen oder ein 1-3 Jahre altes Fahrzeug aus der Kompakt- oder Mittelklasse. Dieses fährt er in der Regel 4 bis 6 Jahre. Er bringt es einmal im Jahr zur Inspektion und lässt alle 2 Jahre eine Hauptuntersuchung durchführen. Er fährt 10.000km im Jahr und hat aufgrund des Fahrzeugalters wenige Reparaturen. Während der Haltedauer verschleißt er je einen Satz Sommer- und Winterreifen sowie einmal die Bremsanlage ringsum.

 

Fahrfrei-Autofahrer

Der Fahrfrei-Autofahrer kauft sich ein 1-30 Jahre altes, zuverlässiges und wertstabiles Fahrzeug aus einer Fahrzeugklasse, die ihm gefällt. Dieses fährt er je nach Typ 3 bis 24 Monate. Er verkauft es, bevor Investitionen in Inspektionen oder Reparaturen fällig werden oder Wertverlust eintritt.

 

Was genau heißt denn nun „kostenlos Autofahren“?

Ihr habt nun die Tabelle studiert und stellt fest, der Fahrfrei Autofahrer hat seine Kosten gegenüber dem herkömmlichen Autofahrer massiv gesenkt. Und das, obwohl wir aufgrund eines älteren, größeren und komfortableren Autos von erhöhten Kraftstoffkosten ausgehen. Aber kostenlos Autofahren? Wurde da zu viel versprochen? Das hängt von der Betrachtungsweise ab. Und davon, welcher Fahrfrei-Typ du bist und wie viel glückliches Händchen du bei der Schnäppchensuche hast.

Zur Betrachtungsweise: Was ist nun neu daran, ältere Autos zu kaufen, die einem geringeren Wertverlust unterliegen? Zuerst ist neu daran, dass man es mit den richtigen Methoden und Modellen so auf die Spitze treiben kann, dass man keinen Verlust oder sogar Gewinn macht. Zum zweiten können es Modelle sein, die keineswegs alt, unmodern oder unsicher sein müssen. Im Gegenteil! Der Käufer eines Kleinwagens kann sich zwar damit rühmen, einen Neuwagen zu fahren, oft bieten aber ältere Mittelklasse Modelle viel mehr Leistung für das Geld. Sie sind komfortabler, leiser und haben mehr Platz und mehr Ausstattung. Nur schreckt der herkömmliche Autofahrer davor zurück, da er diese Modelle für teuer und anfällig hält. Er denkt, der Kleinwagen sei günstiger. Den Gegenbeweis möchte ich mit der aufgestellten Rechnung antreten.

Wer generell einen Kompakt- oder Kleinwagen vorzieht, weil er handlicher, sportlicher oder besser zum Einparken ist, der kann natürlich auch als Fahrfrei-Fahrer einen Kleinwagen kaufen – er spart eventuell somit noch mehr Geld.

Anhand der unterschiedlichen Fahrfrei-Typen seht ihr, dass kostenlos Autofahren bedeuten kann, lediglich den Wertverlust auf Null zu minimieren. Steuer, Kraftstoff- und Versicherungskosten fallen dann trotzdem an. Es kann aber auch bedeuten, sämtliche dieser Nebenkosten zusätzlich herauszuholen. Mit etwas Übung wirst du sehen, dass die Zahlen in meinem Beispiel durchaus vorsichtig gerechnet sind. Mit mehr Erfahrung geht es auch noch viel besser.

In der Rechnung steht aber unterm Strich immernoch kein Plus. Richtig. Aber: Der Mensch muss, sofern er am gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchte, generell mobil bleiben. Das heißt, Kosten für Mobilität sind immer vorhanden, egal ob mit Auto oder ohne. In eine faire Rechnung muss man also auch einbeziehen, welche Beträge inzwischen für eine Alternative, nämlich zum Beispiel einer Monatskarte des öffentlichen Personennahverkehrs fällig werden. Der durchschnittliche Preis in Deutschland liegt für eine solche bei ca. 70 Euro. Wie es zum Teil um Pünktlichkeit, Sauberkeit und Flexibilität des ÖPNV Verkehrs bestellt ist, ist ein anderes Thema. Nun aber geht die Rechnung endgültig auf: Kostenloses Autofahren ist möglich!

 


Fragen, Kritik, Vorschläge für Verbesserungen sind ausdrücklich erwünscht, da es sicher viele verschiedene Betrachtungsweisen gibt. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass das Konzept in Details noch angepasst werden muss.

 


⇒ Weiterlesen mit Welche Faktoren beim Kauf entscheidend sind